Steininger Straßenbauprodukte in der Presse

Erste Gütesiegel für Lösemittelfreiheit vergeben

Reparaturasphalte sind in die Kritik geraten, denn Beschäftigten fühlten sich durchaus belästigt, obwohl diese von den Herstellern mit „lösemittelfrei” tituliert wurden. Die BG Bau hat nun einen Giscode für Reparaturasphalte etabliert, mit dem der Anteil an Lösemitteln abgelesen werden kann. Die ersten Produkte wurden damit ausgezeichnet.

Als erstes Produkt überhaupt erhielt „Steiwa Vario“ der Steininger Straßenbauprodukte Deutschland GmbH aus Pfinztal-Söllingen mit dem Giscode RepA10 die höchstmögliche Einstufung. RepA10 bescheinigt, dass keinerlei Lösemittel mit einem Siedepunkt bis 300 °C, die nicht aus Bitumen stammen, enthalten sind. Die weiteren Giscodes (RepA20 bis RepA90) zeigen mit steigender Zahl einen steigenden Lösemittelanteil an.

„Steiwa Vario“ wurde 2006 entwickelt und wird seit 2008 in einem eigenen Werk produziert. Seit vier Jahren ist dieser Reparaturasphalt im Rahmen einer Kooperation bei Hessen Mobil auch auf höchstbelasteten Flächen wie dem Frankfurter Kreuz im Einsatz. Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Härtetest flossen bereits in die Weiterentwicklung des Produktes ein.

Bei den bisher verbauten Mengen von ca. 4.000 t zeigte sich, dass der Reparaturasphalt extrem schnell auf gleichwertige Heißasphaltqualität aushärtet. Der Prüfbericht einer Rap-Stra-Prüfstelle attestiert dem 04er Produkt hinsichtlich des Widerstandes gegenüber Verformungen die Gleichwertigkeit mit einem AC 5 DL. Durch diese hohe Stabilität und die schnelle Aushärtung entfallen in der Praxis Wiederholungsreparaturen.

„Steiwa Vario“ ist in den Kornabstufungen 0/2, 0/4 und 0/8 erhältlich. 0/2 lässt sich durch Zugabe von Wasser wie ein Estrich „ausziehen“ und ermöglicht somit den Einsatz als DSK. Für Schlaglöcher und Schadstellen mit 2 bis 8 cm Dicke kann die Körnung 0/4 genutzt werden, bei Einbautiefen zwischen 5 und 11 cm empfiehlt sich die Körnung 0/8, die mehrlagig auch bis zu 18 cm eingebaut werden kann.

Der Reparaturasphalt wird fertig gemischt im 25-kg-Eimer geliefert. Dank Frischeversiegelung ist das Produkt einvakuumiert. Aktiviert wird das Produkt nach dem Einfüllen in die saubere Schadstelle mit Wasser, wodurch eine chemische Reaktion ausgelöst wird. 1 Liter Wasser je 25 kg sind ausreichend. Anschließend wird die Stelle verdichtet. Das Produkt ist bei kühler und trockener Lagerung ohne direkte Sonneneinstrahlung 9 Monate lang lagerstabil.

baunetzwerk.biz
31. Oktober 2018

Erste Gütesiegel für Lösemittelfreiheit vergeben

So werden die Schlaglöcher im Saarland geflickt, ein Bericht in der Saarbrücker Zeitung

Die Steininger Straßenbauprodukte Deutschland GmbH liefert, wie in der Anzeige sichtbar, seit über 5 Jahren qualitativ hochwertige Reaktivasphalte zur Straßeninstandsetzung für alle Autobahn- und Straßenmeistereien im Saarland an den Landesbetrieb für Straßenbau Saarland LfS. Somit sichern wir durch unsere hochwertigen Straßenbauprodukte nicht nur, aber auch, die Verkehrssicherheit im Saarland seit vielen Jahren.

Saarbrücker Zeitung
15. März 2021

Erste Gütesiegel für Lösemittelfreiheit vergeben

Firmenchef kämpft für Qualitätsstandards

Staatssekretär informiert sich bei Steininger in Söllingen über Reparaturasphalt für den Straßenbau

Pfinztal (fini). Das Problem liegt gewissermaßen auf der Straße: Die Rede ist von Schlaglöchern im Straßenbelag, die für Verkehrsteilnehmer ärgerlich sind und teilweise auch eine Gefahr darstellen. Zur Ausbesserung der Schlaglöcher kommt Reparaturasphalt zum Einsatz. Was wenige wissen: Für diesen Asphalt gibt es so gut wie keine verbindliche Qualitätsnormen. Bei einem Besuch beim Pfinztaler Unternehmen Steininger Straßenbauprodukte hat sich Staatssekretär Steffen Bilger jetzt ein Bild davongemacht, wie es auch anders geht.

Sonst gebe es in Deutschland „für nahezu alle Bereiche Normen“, stellte Christine Neumann-Martin, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Ettlingen, fest. Sie hatte den parlamentarischen Staatssekretär für Verkehr und digitale Infrastruktur, Steffen Bilger, zum Besuch nach Söllingen eingeladen.

Welche Folgen die unzureichenden Qualitätsvorgaben bei Reparaturasphalt haben, schilderte Bernd Steininger: „In vielen der Reparaturasphalten sind mineralölstämmige Lösungsmittel sowie Altöle und Bitumenabfälle enthalten“. In Baden-Württemberg werden seiner Einschätzung nach „bei circa 90 Prozent der Autobahnen nicht dauerhaft und mit gefährlichen Lösungsmitteln versetzten Reparaturasphalte“ eingesetzt. Das hat Auswirkungen auf die Mitarbeiter, die nach dem Umgang mit solchen Asphalten über Kopfweh klagen. Auch für die Umwelt, speziell für das Grundwasser, stellten die Mischungen eine Gefahr dar. Durch den Einsatz von „tausenden Tonnenungeprüften Materials, das überhaupt nicht aushärtet, entstehen durch Regen und Hitze gefährliche Schmierfilme“. Geschieht dann ein Motoradunfall, dann wird dieser in der Regel nicht mit dem ausgebesserten Schlagloch in Verbindung gebracht „da die Motorradfahrer meist noch ein Stück weiter schlittern“, so Steininger.

Das überhaupt solche Asphalte verwendet liegt an der Art der Beschaffung: „Beim Einkauf des Reparaturasphalts steht der niedrige Preis ganz eindeutig vor der Qualität“, wie Steininger schildert. Zwar gebe es inzwischen ein Hinweispapier, das „in Urteilen als Stand der Technik aufgeführt wird“. Aber in diesem Hinweispapier würden „wesentliche Qualitätsparameter“ fehlen, so der Firmenchef. In den Augen von Steininger ist es wichtig, dass man von Seiten der Politik „verbindliche Qualitätsvorgeben“ festsetzt und für mehr Transparenz sorgt. Werden die verwendeten Inhaltsstoffe aufgeführt, dann stelle dies auch einen Schutz für diejenigen dar, die mit den Materialien umgehen.

BNN vom 24.09.2020
Ausgabe HARDT Nr. 222/2020

BNN Firmenchef kämpft für Qualitätsstandards
FIRMENCHEF Steininger KÄMPFT FÜR QUALITÄTSSTANDARDS

Kaltes auch an heißen Tagen

Nicht immer ist ausreichend Zeit da, um Schlaglöcher durch eine grundhafte Erneuerung mit Heißasphalt auszubessern. Zeitdruck, ungünstige Witterung oder die notwendige schnelle Wiederherstellung der Verkehrssicherheit machen den Einsatz von Kaltasphalt unerlässlich. Mit Reaktivasphalt steht eine einfach zu handhabende Möglichkeit zur Verfügung.

Bernd Steininger ist stolz auf das, was er in Pfinztal-Söllingen – nahe Karlsruhe – errichtet hat. “8 Mio. Euro Entwicklungs- und Maschinenaufwand haben wir hier in den letzten Jahren in unseren Standort investiert”, erläutert er. Dafür hat er eine Produktionslinie entwickelt, die mit nur drei Personen bedient werden kann. Hier läuft alles nach Industrie 4.0 vollautomatisch, die Einführung der KI-Technologie steht kurz bevor. Eines seiner Produkte erfreut sich vor allem im Bauhof seiner Gemeinde großer Beliebtheit: der Reaktivasphalt Steiwa-Vario 0/2 und 0/4, Steiningers Premiumprodukte.

Steiwa-Vario besteht aus nachwachsenden, pflanzlichen Rohstoffen. Michaela Steininger kennt aber noch weiter Vorteile: “Durch extrem schnelle Aushärtung ist der Reaktivasphalt sofort stabil und erreicht bereits zwei Stunden nach Einbau 5,7 kN Druckbelastung. Steiwa-Vario ist sehr schnell zu verarbeiten, wir rechnen so ungefähr durchschnittlich mit 13,5 Minuten pro Schlagloch – inklusive Anfahrtsweg”, erläutert sie.

Das Produkt hat sich seit der eigenen Herstellung im Jahre 2008 mehrfach bewährt, auch bei maximalen Anforderungen und widrigsten Wetterbedingungen, erzählt sie stolz.

Für den Bauhof kommt positiv hinzu, dass der Asphalt mit Wasser reagiert. Das bedeutet, dass bei Steiwa-Vario 0/2 lediglich das Schlagloch gesäubert und angespritzt werden muss, dann wird es aufgefüllt, mit Wasser befeuchtet und abschließend bis auf Null-Nivaeu glattgezogen.

Das umständliche Hantieren mit einer Rüttelplatte zur Verdichtung entfällt. “So eine Rüttelplatte wiegt auch rund 250 kg. Wer die nicht bei jedem Schlagloch mittransportieren muss, weiß, was das für eine Erleichterung ist”, so Michaela Steininger.

Steiwa-Vario 0/2 ist gleichwertig im Verformungswiderstand zu einer Asphalttragschicht gemäß den TL Asphalt-StB 07/13. STEIWA-VARIO 0/4 ist gleichwertig im Verformungswiderstand zu einer Asphaltdeckschicht AC 5 DL gemäß den TL Asphalt-St8 07/13 nach RAP-Stra-Prüfung 0465/17.

Beides ist 100 % frei von mineralölstämmigen Lösemitteln nach Vorgaben der H RepA.

Noch während Steininger über seinen Firmensitz läuft und seine Zukunftspläne für ein neues Bürogeb.ude und Logistikzentrum hier am Standort erläutert, legt er dar, wo die Probleme liegen: ,,Ich kann die S-Klasse nicht zum Preis eines Dacias anbieten.” Die Vergaberegeln für die öffentliche Handstets an den Günstigsten den Auftrag zu vergeben – gehören schnellstens auf den Prüfstand, bei durchschnittlich 3 % Materialkosten im Vergleich zu den Zusatzkosten durch Sperrungen, Fuhrpark usw. Umfangreiche Nachflickungen mit einem Vielfachen der Materialkosten sind die Folge, welche den Ruf von Reaktivasphalt allgemein beschädigen. Vielmehr sollte Reaktivasphalt als sinnvoller Baustoff und Technologieträger für die schnelle Wiederherstellung der Verkehrssicherungspflicht der Straßenbaulastträger gesehen werden.

Ein generelles Anliegen ist ihm, dass in öffentlichen Ausschreibungen auch nach Auftragsvergabe geprüft wird, was da geliefert wurde und ob es überhaupt den Ausschreibungskriterien entspricht. Hier sollte eine ausführliche Erst- und Folgeprüfung der Reparaturasphalte erfolgen, bevor diese auf schwer belastete Autobahnen oder Bundesstraßen verbaut werden. Hierbei wäre es längst überf.llig, die heute schon in den Qualitäts-Mindestanforderungen stark gekürzte und mit relativen Darlegungen überh.uften H RepA mindestens als Bestandteil in die ZTV BEA StB 09 mit aufzunehmen.

Bericht aus Fachzeitschrift “asphalt”
05/2019

Fatale Marktentwicklung zum Billigkaltmischgut

Wir führten ein sehr persönliches und offenes lnterview mit Bernd Steininger über die Marktzustände bei der Beschaffung von Kaltmischgütern und Reparaturasphalten.

Die Familie Steininger blickt über eine Kompetenz in diesem Werkstoff bis auf das Jahr 1972 zurück, wo bereits der Seniorchef Walter Steininger (verstorben 2013) sich für hochwertige Reparaturasphalte einen Namen machte. Heute steht Bernd Steininger als Gesch.ftsführer und Inhaber der Firma aus Pfinztal bei Karlsruhe vor.

Herr Steininger, können Sie uns die Situation in Deutschland in Bezug auf Kaltmischgut und Reparaturasphalt aus Ihrer Sicht schildern?

>> Bernd Steininger: Bis 2015 gab es keine technischen Norm-Vorgaben für die Beschaffung von Kaltmischgütern oder Reparaturasphalten. Dies hat dazu geführt und ist heute noch existent, dass in einem völlig unreguliertem Markt billige Kai tmischgüter auch auf Autobahnen und Bundesstraßen eingebaut wurden und werden, welche im Großteil umwelt- und gesundheitsschädliche Substanzen eingemischt haben. Wie in einer Dokumentation des „Spiegel” dargestellt wurde, sind dies rund s 1 Altöl, Schalöl oder Lösemittel pro Tonne, die durch Regen ins Grundwasser versickern können. Der Gesamtverbrauch in der Bundesrepublik an Kaltmischgütern liegt bei ca. 200.000 t pro Jahr.

Bedeutet dies, dass wir von einer großen Umweltverschmutzung sprechen?

>> Bernd Steininger: Korrekt.

Gibt es dafür Beispiele?

>> Bernd Steininger: Ja, wie ich durch eine Ausschreibung weiß, beabsichtigt allein der Landesbetrieb Straßenbau NRW in den nächsten 2 Jahren 6.300 t lösemittelhaltige Kaltmischgüter einzubauen. Ich befürchte, dass hiervon auch große Mengen aufhochbelasteten Autobahnen und Bundesstraßen gelangen. Dabei ist technisch klar, dass diese Materialien neben der massiven Umweltbelastung auch über Monate nicht  aushärten,

bei Regen und Sonneneinstrahlung durchfetten und das Lösemittel oder Alt/Schalöl ins Grundwasser sowie der Splitt nach fehlender Bindung als Rollsplitt auf der Fahrbahn liegt.

Auch in Baden-Württemberg werden vorwiegend lösemittelhaltige Kaltmischgi.iter auf der Autobahn verbaut, obwohl dies durch die HRepA verboten ist.

Sollte nicht gerade die Veröffentlichung H RepA Abhilfe schaffen?

>> Bernd Steininger: Die H RepA als Hinweispapier ist derzeit die einzige Grundlage für die rechtssichere Beschaffung von Kaltmischgut und Reparaturasphalt. Mit einer richterlichen Entscheidung des Landesgerichtes Karlsruhe hat die H RepA den Status eines Hinweispapieres verlassen und wurde durch das Gericht als Stand der Technik erklärt. Dies bedeutet, dass bei jeglicher rechtlicher Klärung beispielsweise bei einem Personenschaden vor deutschen Gerichten dieses Urteil sowie der derzeitige Stand der Technik, die H RepA, als Grundlage für die Rechtsprechung herangezogen werden wird.

Wer würde denn bei einer möglichen rechtlichen Klärung die Verantwortung tragen?

>> Bernd Steininger: Dies müsste an dieser Stelle ein Richter beantworten. Vereinzelt haben sich aber schon ausschreibende Personen von Straßenbauämtern von ihrem Ausschreibungstext distanziert und auch Großausschreibungen deshalb aufgehoben, um nicht wegen eines falsch deklarierten Leistungsverzeichnisses in ein persönliches Haftungsrisiko zu geraten. Bei Zentralausschreibungen wird uns oftmals von der zentralen Beschaffung mitgeteilt, dass die einzelnen Autobahn- und Straßenmeister die Eignung der Kaltmischgüter vor dem Einbau sicherstellen sollen. Leider sind diese Straßenmeister oftmals der Meinung, dass sie sich auf die zentrale Beschaffung in diesem Punkt verlassen können und das Material bedenkenlos überall verwenden können. Die Materialeinschätzung sollen oftmals die Streckenwarte übernehmen. Aus unserer Sicht kann ein Verarbeiter diese Verantwortung gar nicht tragen.

Der Zentraleinkauf von HessenMobil Beispielsweise teilte uns mit, das die Verantwortung der Materialprüfung sowie des rechtssicheren Einsatzes gerade bei hochbelasteten Verkehrsflächen BK100 ausschließlich beim verantwortlichen Straßen- oder Autobahnmeister in den einzelnen Meistereien liegt. Nur die Tatsache, das verschiedene Kaltmischgüter nach Ausschreibung bei HessenMobil im Intranet gelistet sind und bestellt werden können, entbindet den Straßen- oder Autobahnmeister nicht von seiner Verantwortung. Dies sei auch schriftlich dokumentiert und liegt jedem einzelnen Dienststellenleiter vor. Den Zentraleinkauf trifft somit anscheinend keine Verantwortung, auch wenn lösemittelhaltige Kaltmischgüter, welche nach H RepA auf BK100 untersagt sind, von den Meistereien beispielsweise auf die Autobahn eingebaut werden oder die ausgeschriebene Qualität überhaupt geliefert wurde.

Können Sie einige Worte zu der Beschaffung von Reparaturasphalt und Kaltmischgut in Deutschland sagen?

>> Bernd Steininger: Leider werden bisher die Gefahren für Mitarbeiter, Umwelt und Verkehrsteilnehmer, die von Kaltmischgütern und Reparaturasphalten ausgehen können, noch unterschätzt. Es gibt Onlinemedien, die sich durch die Veröffentlichungv on Herstellertexten finanzieren. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht überprüft. Die meisten Leser wissen dies aber nicht. Es ist also reine Werbung, die bekanntermaßen alles verspricht. Beim Thema Reparaturasphalten versuchen wir als Hersteller, die Kunden in der größtmöglichen Neutralität aufzuklären. Es wäre aber notwendig, dass für einen Straßenbaustoff Fachleute vor Ort die Kunden beraten. Dies unter der Grundlage der H RepA sowie unabhängiger RAP Stra Prüfberichte, die die Straßenmeister beim Kauf als Vertragsbestandteil als Grundlage der Bestellung im Auftrag aufführen müssen.

Wie ist die derzeitige Realität aus Ihrer Sicht?

>>Bernd Steininger: Es geht zu wie auf der Kirmes. Gerade Bauhofleiter und Straßenmeister werden von einer Flut von Kaltmischgutverkäufern auf den Bauhöfen teilweise schon belästigt. Als ich 1998 in den Markt eingetreten bin, gab es 4 Produkte, die von technisch versierten Außendienstmitarbeitern vertrieben wurden. Stand 2019 sind es bei 6 Herstellern in Deutschland an die 180 verschiedene Kaltmischgüter – wobei keiner weiß, wie viel in Deutschland produziert und was da eigentlich eingemischt wurde.

Die Produkte werden größtenteils von fachlich unkundigen Vertretern, meist mit einem Bauchladene ines ganzen Katalogesv erschiedener Produkte für den Bauhof, als bestes Material mit dem billigsten Verkaufspreis angepriesen. Anstatt über fachliche Grundlagen die Produkte seriös zu vertreiben, wird teilweise versucht, über Tankgutscheine oder Bierkisten zusätzlich zur Palette Kaltmischgut oder einem geschenkten Glühweinstand zu Weihnachten die Gunst der Verarbeiter oder Einkäufer zu gewinnen.

Was bedeutet dies für Sie als Hersteller?

>> Bernd Steininger: Das schwierige Marktumfeld motiviert mich persönlich, meine Frau Michaela Steininger und unsere Mitarbeiter, uns noch mehr für ein seriöses Marktumfeld in Deutschland einzusetzen.

Hierbei geht es nicht mehr nur um den Verkauf von Reparaturasphalt. Gerade auch die Umweltverschmutzung von Billig-Kaltmischgütern in Zeiten von immer mehr Umweltschutzwillen der Bevölkerung wollen wir unterstützen. Hierbei werden wir unermüdlich die marktgegebenen Missstände auch bei politischen Stellen bis zum Verkehrsministerium offenlegen.

Da die reinen Materialkosten für eine Schlaglochreparatur im Schnitt nur bei 3 % der Gesamtkosten liegen, wollen wir einen Wettbewerb des wirklich besten Reparaturasphaltes nach technischen Grundlagen fördern. Es soll bei allen Herstellern in Deutschland eine Kultur im Wettbewerb der Herstellung besserer und umweltfreundlicher Produkte sinnhaft machen. Es soll das wirtschaftlichste Material den Zuschlag erhalten, nicht das billigste.

Ich werde immer wieder betonen, dass wir unser Premiumprodukt Steiwa-Vario nicht zum Billigpreis anbieten können. Wir haben aber die Möglichkeit, durch unsere hochmoderne und vollautomatisierte Produktion auf alle Anforderungen und Marktgegebenheiten, sowie allen Anforderungen in Leistungsverzeichnissen und Aktionen von Mitbewerber zu reagieren. Weiterhin unterstützt uns unsere externe Rechtsabteilung, offenkundige Missstände, falsche Produktbeschreibungen oder gefakte Prüfberichte gerichtlich überprüfen zu lassen.

Das Erreichen eines seriösen Marktumfeldes sehe ich für mich persönlich gerade in der Nachfolge meines Vater Walter Steininger als oberstes Ziel.

Was würden Sie den Lesern für eine Empfehlung beim Einkauf von Reparaturasphalt geben?

>> Bernd Steininger: Reparaturasphalt ist für die Kunden unverzichtbar. Es ist aus meiner Sicht der derzeit einzige sinnvolle Weg, ad hoc auftretende Schäden im Rahmen der notwendigen Verkehrssicherungspflicht auch bei schlechten Witterungsbedingungen schnell zu beseitigen.

Es muss aber unabdingbar eine Qualitätssicherung vor Verwendung durchgeführt werden, um Umwelt- oder Gesundheitsschäden sowie Unfälle durch Rollsplitt und Ölspuren durch Billigkaltmischgut sicher ausschließen zu können. Hierzu kann das Material vorab in einer RAP-Stra Prüfstelle (für 400 bis 500 Euro) beispielsweise auf Aushärtung überprüfen werden. Weiterhin gibt es einen Kurztest, mit dem innerhalb von 20 Minuten eine Qualitätseinschätzung vorgenommen werden kann. Die Kosten für eine solche Prüfmuffe liegen unter 3 Euro. Gerne sind wir bereit, in der maximal möglichen Neutralität, interessierten Kunden die Möglichkeiten im persönlichen Gespräch aufzuzeigen.

Interview mit Bernd Steininger
“Reparatur-Asphalt” 2019

Beschaffung von Reparaturasphalt –
Schlaglöcher müssen fachmännisch ausgebessert werden – dabei zählt Qualität!

Um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen müssen Sie als Bauhofleiter verschiedene Merkmale von Kaltmischgut kennen und beachten.

In den letzten Jahren hat sich aufgrund der Arbeitssicherheit im Bezug auf den Umgang mit öl- und lösemittelhaltigen Kaltmischgütern einiges geändert. Dieser Umstand führt bei den öffentlichen Stellen dazu, zur Eigensicherung im Bezug auf die Verkehrssicherungsplicht sowie dem Schutz der Verarbeiter und auch den Abwendungen von rechtlichen Problemen (siehe Urteil Heilbronn) eine Qualitätssicherung im Bezug auf den Materialeinkauf einzuführen. Generell gibt es in Deutschland ca. 100 verschiedene Kaltmischgüter im Angebot, allerdings nur ca. sechs bis acht Produzenten. Hierzu benötigen die Einkäufer der Kommunen  wichtige Informationen, welche hier komprimiert zusammengefasst sind:

Was gibt es für „Kaltmischgüter”?

Kaltmischgut als lose Ware (Schüttgut, Sackware und auch Eimerware) 

Versetzt mit nicht aushärtenden schwerflüchtigen Ölen; nicht recyclingfähig, nicht aushärtend. Wird verwendet zur provisorischen Straßenflickung und hat eine geringe Standzeit, da sich das Material durch die nicht aushärtenden Eigenschaften durch Regen, Schnee und Eis aus dem Schlagloch bei längerer Liegezeit “ausfährt”. Desweiteren kann es hierbei zu sogenannten “Fettspuren” auf der Fahrbahn kommen, da die Öle durch den sogenannten „Pumpeffekt” bei Pkw-Überfahrung auf der Fahrbahn verteilen und bei Regen in die Kanalisation ausgeschwemmt werden können.

Lösemittelhaltige Kaltmischgüter

Werden anstatt mit schwerflüchtigen Ölen mit hochdefundierenden Lösemitteln versetzt. Hierdurch hat das Material bis zu einer gewissen Einbaudicke (in welcher das Lösemittel noch „ablüften” kann) eine gewisse Aushärtung. Diese führt zu einer längeren Liegedauer im Schlagloch als bei Materialien aus dem Punkt 1. Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind bei diesen Produkten aufgrund der eingemischten Lösemittel (Gefahrgut) im Bezug auf den Mitarbeiterschutz und auf die sichere Lagerung im Bauhof (Schutzraum) vom Einkäufer vorab mit Hilfe des EG-Sicherheitsdatenblatten zu klären.

Lösemittelfreie, reaktive Reparaturasphalte

Diese Produkte bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und führen beim Benetzen mit Wasser eine chemische Reaktion aus, welche das Material komplett aushärten lässt. Hierbei kann auf Gift- oder Gefahrenstoffe verzichtet werden. Generell sollte aber der Einkäufer sich vom Lieferant die 100 %-ige Lösemittelfreiheit (Fachausdruck VOC O) schriftlich zur Eigensicherung bestätigen lassen, da es hierbei auf dem Markt auch Mischprodukte REAKTIV mit Lösemittelzusätzen gibt. Generell gibt es hierbei eine “Gesetzeslücke”, welche auch bei Produkten „Lösemittelfrei” eine Beimischung von geringen Mengen Lösemittel zulassen. Somit ist zu empfehlen, sich die 100 %-ige Lösemittelfreiheit vom Lieferant schriftlich bestätigen zu lassen und zusätzlich einen unabhängigen Prüfbericht einer stattlich autorisierten Prüfstelle nach den RAP STRA-Vorgaben einzuholen.

Empfehlung von öffentlichen Stellen

Der Trend der letzten Jahre geht eindeutig zur Verwendung von lösemittelfreien Reparaturasphalten, da diese durch ihre schnelle Aushärtung eine sehr hohe Haltbarkeit erzeugen und hierdurch weniger Nachsanierungskosten anfallen. Zusätzlich sind die Bauhofmitarbeiter bei 100 %-iger Lösemittelfreiheit keinen gesundheitlichen Problemen im Umgang mit Gefahrstoffen ausgesetzt und die Einlagerung im Bauhof im Bezug auf die Brandschutzverordnung für Gefahrenstoffe nicht relevant.

Beim Einkauf darauf achten

Nach welchen Parametern kann man einen guten Reparaturasphalt beim Einkauf erkennen? 

Der Hohlraumgehalt des Mischgutes sollte möglichst gering sein, da sich durch feinkörnigere Materialien in der Deckschicht eine höhere Haltbarkeit durch reduzierten Wassereintritt ergibt. Dennoch sollte der Hohlraumgehalt bei Materialien der hauptsächlich verwendeten 2-5 mm Mischgütern nicht über 10 % Hohlraumgehalt liegen.

Oft werden Produkte mit zu geringem Bindemittelgehalt angeboten, wodurch die Haltbarkeit durch einen reduzierten Bitumengehalt auftreten. Hierbei wird empfohlen, das der Bindemittelanteil beispielsweise bei der am meisten verwendeten Körnung 2-5 mm nicht unter 7 Masseprozent der Gesamtmischung liegt.

Sehr oft ist die Qualität des Mischgutes durch einen Einbau im Schlagloch sehr schlecht zu ermitteln, da hierbei nicht erkannt wird, ob das Bindemittel im Mischgut aushärtet, oder ob sich nur der Splitt durch Verdichten optisch „ hart” zeigt. Zur langlebigen Schlaglochsanierung ist es aber notwendig, dass das Bindemittel im Material erhärtet, da sich ansonsten durch Wassereintritt der Bitumen vom Gestein trennt und das Material vom Verkehr herausgefahren wird. Hierbei kann ein Materialkurztest auf dem Bauhof durchgeführt werden, bei welchem das Material in einer im Baustoffhandel erhältlichen „Gummimuffe” eingebracht wird und nach Einhaltung der vom Lieferant vorgegebenen Einbaukriterien in der Muffe verdichtet und ausgeschalt wird. An diesem Prüfkegel kann man dann neben der „Feinheit” der Sieblinie auch erkennen, ob sich das Material erhärtet oder nicht.

Zur langlebigen Sanierung der Schadstelle ist somit ein Produkt geeignet, welches neben der raschen Aushärtung und einer sinnvollen Einlagerzeit beim Kunden dann auch eine sogenannte Marshallkörperstabilität auch bei kalter Witterung und starkem Regen erreicht. Auch hierbei empfiehlt es sich, sich diese Werte vom Lieferanten durch einen unabhängigen Prüfbericht einer stattlich zugelassenen RAP STRA-Prüfstelle dokumentieren zu lassen. Bei Kommunen mit großen Abnahmemengen werden hierbei mindestens 6 KN bei einer Prüftemperatur von 25 °C in einer Prüfzeit von drei Stunden vorgegeben. Dieser Punkt ist deshalb sehr wichtig, da gerade bei schlechter Witterung eine rasche Aushärtung auf der Baustelle sehr wichtig ist.

Es gibt hierbei aber auch am Markt angebotene Produkte, welche bei einer Prüftemperatur von 60 °C Marshallkörperfähige Mischgüter anbieten und somit eine sehr hohe Materialgüte in Richtung Heißasphaltqualität anbieten.

Bericht aus “Der Bauhofsleiter”
Ausgabe Dezember 2015